14 interessierte Grenzgänger fanden sich am 26.04.2026 ein, um eine vergangene Tradition wieder aufleben zu lassen. Leider standen weder ein Amtsrat, noch der Schultheis, oder die Feldgeschworenen zur Verfügung. Dafür begleitete uns ein Vertreter der Neuzeit, der Grenzsteinobmann Dr. Brunk.

Das Gremium inspizierte eine erkleckliche Anzahl historischer Köpperner Grenzsteine auf dem südwestlichen Abschnitt der Gemarkungsgrenze. Vor 200 Jahren standen auf dem Inspektionsbereich noch 57 Steine, von denen die Exkursionsteilnehmer immerhin noch 45 Stück begutachten konnten. Bei einigen Grenzsteinen, die zunächst von manchen Teilnehmern als mögliche Fälschung eingeschätzt wurden, stellte sich aber eine legitime Änderung der hoheitlichen Kennung heraus. Historiker sprechen von der „Abschlagkante“.
Weitere Themen waren die Aufteilung des Markwaldes und die Besitzverhältnisse. Ebenso wurde geklärt, dass Köppern nicht nur Teil der Rodheim-Köpperner Mark war, sondern auch Markgenosse in der Seulberg-Erlenbacher Mark. Wir erfuhren warum das 1804 gegründete Dillingen bereits 1802/03 Waldzuteilung und Grenzsteine erhielt.
Der Weg führte vom Bornberg aus entlang der Grenzschneise bis zum Limes, vorbei an den Waldgemarkungen von Dillingen, Nieder Erlenbach, Petterweil und Friedrichsdorf. Nach dem Aufstieg zu Säunickels Kleiderschrank war eine kleine Pause nötig. Der letzte Teil der Inspektionsrunde verlief entlang der alten nassauischen Landesgrenze zum Bahnhof „Saalburg“ an der Lochmühle. Kurz vor der Mittagsstation gab es noch einen Abstecher zum Biotop des Lochmühlenbibers. Dessen architektonische Leistung wurde am beachtlichen Staudamm bestaunt.
Im Restaurant Hellas Makedonia füllten wir schließlich unsere Energietanks wieder auf. Ein Teil der Exkursionsteilnehmer fuhr dann mit dem Zug, bzw. dem Auto zurück nach Köppern, während die Unermüdlichen die restlichen 5 km über den Lochmühlenweg und den Schmuggelpfad zu Fuß nach Köppern zurücklegten.
Wir danken Bernd Jäger für diese interessante Tour und freuen uns schon jetzt auf den zweiten Teil der Exkursion.

