Lange Wanderung über 11 km
Am 29. März trafen sich 22 Wanderer des TK Köppern zu einer 11 km langen Rundwanderung von Dillingen über den Batzenbaum und die Gickelsburg zum Pelagiusplatz und wieder zurück nach Dillingen. An den verschiedenen Stationen wurden Erklärungen abgegeben, diese befinden sich zusammengefasst am Ende als Anhang.
Vom Parkplatz am Ende der Saalburgstraße in Friedrichsdorf ging es ein kurzes Stück entlang des Wehrheimes Weges, von dem wir am Wasserhäuschen in die untere Schneise abbogen. Über einen kleinen Pfad erreichten wir den Wilhelm-Schiebel-Weg, dem wir bis zum gleichnamigen Platz mit Gedenkstein und Eiche folgten. Hier wurde eine erste Verschnaufpause eingelegt. Weiter ging es auf diesem Pfad über den teils abenteuerlichen Wehrheimer Weg unterhalb der Rehköpfe in Richtung Batzenbäumchen.
Mit herrlichem Ausblick ins Köpperner Tal, insbesondere den imposanten Steinbruch des Taunus-Quarzit-Geländes und nach Wehrheim, ging es weiter Richtung Gickelsburg.
Danach wurde ein Abstecher zur „Ruine Ziegelrot“ gemacht. Durch den Wall und das Gelände der Gickelsburg wanderten wir entlang des Gickelsburgweges zum Pelagiusplatz. Hier konnten wir trotz des Aprilwetters die Aussicht bis zum Odenwald genießen. In der „Wall-Krause-Sommer“ Hütte“ fand eine längere verdiente Rast statt.
Frisch gestärkt ging es zurück nach Dillingen, zunächst über den Thomasweg und die Seulberg-Obernhainer-Grenzschneise bis zum Abzweig der Brunnenschneise, der wir bis zum Ausgangspunkt unseres Rundweges an der Saalburgstraße folgten.
Kurze Wanderung über 7 km
Die kürzere Wanderung führte zunächst durch das frühlingshaft blühende Kirdorfer-Feld, wo wir mit einer schönen Aussicht auf den Altkönig und den Großen Feldberg empfangen wurden. Diese alte Kulturlandschaft mit seinen Streuobstwiesen wurde in den 1990er Jahren zum Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Die weiten Ausblicke auf den Taunus, Frankfurt, Bad Homburg mit Kirdorf im Vordergrund waren leider durch das wechselhafte Wetter etwas getrübt. Allerdings kam am Rastplatz zum richtigen Zeitpunkt die Sonne hinter einer Wolke hervor.
Weiter ging es am „weltberühmten“ kleinen Wasserfall mit seinen „Kaskaden“ vorbei und durch den abwechslungsreichen Wald auf schönen Pfaden mit leichter Steigung zurück zum Startpunkt.
Im nahegelegenen Café Klatsch trafen sich die Wandergruppen und ließen dort den, Wandertag gemeinsam ausklingen. Es war trotz des launigen Aprilwetters ein gelungener Wandertag mit vielen kulturellen Eindrücken.
Infos und Erläuterungen zu den einzelnen Stationen
Wilhelm-Schiebel-Weg und –Platz:
Er wurde wahrscheinlich nach einem Usinger Oberförster benannt.
Batzenbäumchen:
Namensgebung dieses Ortes: hier sollen die Marktfrauen auf ihrem Nachhauseweg im Schatten der großen Eiche ihre Einnahmen (Batzen) gezählt haben. Einer weiteren Überlieferung zufolge soll hier einst eine Magd ermordet worden sein und der Dieb bzw. Mörder nicht mehr als einen Batzen erbeutet haben.
Gickelsburg:
Auf diesem Berg befindet sich die, der Späthallzeit zugeordnete, keltische Ringwallanlage gleichen Namens. Der Hauptwall ist mit 6-6,5 m Breite und 1,5-2 m Tiefe vollständig im Wald sichtbar. Weitere Wälle sind nur ansatzweise sichtbar, da die Anlage früher als Steinbruch genutzt wurde. Die vom Hauptwall umschlossene Fläche beträgt 16 ha und ist als Bodendenkmal geschützt. An der südwestlichen Seite befindet sich die Fahrborn-Quelle. Von hier wurde die erste hölzerne Wasserleitung nach Dillingen mit Unterstützung des Landgrafen Friedrich V. von Hessen-Homburg gebaut und im November 1827 in Betrieb genommen. Sie ist jetzt verfallen.
Ruine „Ziegelrot“:
Diese Ruine ist ein sog. Lost Place, bei dem es sich vermutlich um eine ehemalige verfallene Jagdhütte handelt. Der Name stammt von den dort gefundenen rötlichen Ziegeln.
Pelagiusplatz:
Geschichte des Ortes und die Entstehung der Hütte: Unter dem Vorsitz von Friedrich Fraunholz wurde 1861 in Homburg eine Pelagiusgesellschaft gegründet. 1880 soll der Platz der damaligen „Samstags-Gesellschaft“, die sich als „Förderverein für geistigen Fortschritt“ bezeichnete, als Lieblingsplatz gedient haben. Namensgeber dieses Platzes ist ein britisch-irischer Mönch, der von der Kirch als Ketzer bezeichnet wurde, weil er die Erbsünde leugnete und behauptete, dass der Mensch aus sich selbst heraus Heil erlangen könnte. Alljährlich am 1. September wurde dorthin gewandert.
Wall-Krause-Sommer:
sind Stifter bzw. Förderer der gleichnamigen Hütte.
Kirdorfer-Feld:
Das Kirdorfer-Feld umfasst 160 Hektar und ist eine alte Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen, Feucht- und Trockenwiesen. In den 1960er Jahren verloren die Obstwiesen an Bedeutung, die Grundstücke wurden nicht mehr gepflegt und verwilderten.
In den 1990er Jahren erklärte man das Gebiet zum Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet. Die Stadt Bad Homburg ist der größte Grundstückseigentümer und stellte 2004 einen Landschaftsplan für das Gebiet auf und begann mit der Erfassung des Baumbestandes.







